ドイツにおける『ジェンダー・トラブル』 : ジュディス・バトラー, ジェンダー理論, フェミニズム文学研究をめぐって Die Rezeption von Judith Butler in Deutschland : Genderforschung und feministische Literaturwissenschaft

Abstract

Judith Butlers umstrittenes Buch"Gender Trouble"(1990)wurde 1991 ins Deutsche und 1999 ins Japanische ubersetzt. Wahrend es in Deutschland in der Anfangsphase der Rezeption im Kreis der feministisch orientierten Wissenschaftlerinnen mit groβem Aufsehen aufgenommen und in bezug auf sein Subjekt-und Identitatsbegriff und nicht zuletzt sein Korper-Konzept vehement kritisiert wurde, lassen sich in Japan etwa ein Jahr nach seinem Erscheinen noch keine vergleichbaren Reaktionen feststellen. Regionale Unterschiede und zeitliche Verschiebungen bei der Rezeption einer Gender-Theorie zeigen, daβ der gender-Begriff, der in den jeweiligen politischen und kulturellen Vernetzungen tief verankert ist, gerade angesichts der Globalisierung der wissenschaftlich-theoretischen Diskussionen im Hinblick auf die lokalen Kultur-und Gesellschaftsformen immer wieder neu in Frage gestellt werden muβ. Butlers radikaler Konstruktivismus faβt die biologische Kategorie sex, die im gelaufigen sex-gender-System der soziokulturellen Kategorie"gender"gegenubersteht, auch als Teil von gender auf. Sex als vordiskursive Gegebenheit wird namlich als Effekt des kulturellen Konstruktionsapparats verstanden. Identitat wird nach Butler"performativ"erzeugt, d.h."die Akte, Gesten und Begehren erzeugen den Effekt eines inneren Kerns oder einer inneren Substanz ; doch erzeugen sie ihn auf der Oberflache des Korpers, und zwar durch das Spiel derbezeichnenden Abwesenheiten, die zwar auf das organisierende Identitatsprinzip hinweisen, aber es niemals enthullen". Butlers These Vermittelte den Eindruck, die Existenz der realen"Frau", die die feministischen Wissenschaften als handlungsfahiges Subjekt in der Geschichte, Politik, Gesellschaft und Literatue zu etablieren versuchten, vollig zu negieren. Beitrage der"Feministischen Studien"von 1993 z.B.vertreten die Meinungen, daβ Butlers Position eine historische Analyse der aktuell gelebten"Realitat"die die"mannlichen"und"weiblichen"Korper durch"Korperpraxen"erhalten, unmoglich mache(Lorey), und daβ der Korper bei Butler als ein"phantomatisches Produkt neuer Subjektivitat"bzw."die entkorperte Frau" zu bezeichnen sei(Duden). Im Bereich der Kultur-und Literaturwissenschaft hingegen erscheinen in den letzten Jahren Arbeiten, die die Anstoβe der neueren Gender-Theorien produktiv aufnehmen. Im Prozeβ der"Wiederentdeckung"und der"Re-Lekture"der vergessenen bzw. nicht gerecht behandelten Autorinnen wuchs innerhalbder feministischen Literaturwissenschaft das Bewuβtsein, daβ die Prinzipienund Kriterien der bestehenden Literaturgeschichtsschreibung nicht ausreichend hinterfragt werden, wenn Informationen(Lexika etc.)uber die Autorinnen nur als Erganzung des bestehenden Kanons betrachtet werden. Gender-Forschung eroffnet die Moglichkeit, den Kanon prinzipiell zur Disposition zu stellen, indem sie danach fragt, "inwiefern die Wertmaβstabe und Auswahlkriterien geschlechtsspezifisch gepragt sind, ob Geschmack eine geschlechtsneutrale Kategorie ist und welche Rolle das sex-gender-System bei der Kanonbildung insgesamt spielt"(Stephan). Die direkte Anwendung der Butlerschen Ansatze auf die Literaturwissenschaft wird allerdings noch mit Vorbehalt betrachtet. Im Vergleich zu den USA, wo Frauen-und Genderforschung als erkampftes, etabliertes Fachgebiet sich"den Luxus kritischer Selbstreflexion und die theoretische Befragung des eigenen Begriffsrahmens"leisten kann, gehoren"Gender Studies"in Deutschland"noch keineswegs zum Alltag des akademischen Lebens"(Hof). Die Diskussionen um Butler in Deutschland scheinen vor dem Hintergrund zu spielen, daβ gender in der deutschen akademischen Realitat noch vor allem als dualistisch-hierarchisches Mann/Frau-Verhaltnis dominiert, und andere, vielfaltige Identitaten, auf die der gendre-Begriff Butlers hinweist, in der Theoriebildung erst"intelligibel"gemacht werden sollten. Eine der Aufgaben, welche die Literaturwissenschaft aus der Genderforschung schopft, liegt wohl darin, Methoden und Theorien zur Ers

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Doitsu Bungaku   [List of Volumes]

Doitsu Bungaku (105), 24-34, 2000-10-15  [Table of Contents]

Japanische Gesellschaft fur Germanistik

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Codes

  • NII Article ID (NAID) :
    110002925552
  • NII NACSIS-CAT ID (NCID) :
    AN10171164
  • Text Lang :
    GER
  • ISSN :
    03872831
  • NDL Article ID :
    5543367
  • NDL Source Classification :
    ZK31(言語・文学--外国語・外国文学)
  • NDL Call No. :
    Z12-28
  • Databases :
    NDL  NII-ELS 

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