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Abstract
Die Retikulozyten sind zerade dasjenige, was Naegeli soweit gehen liess, dass er behauptete: "Die Vitalgranulation ist das allerste und das allerfeinste Anzeichen fur irgendeiner physiologischen oder pathologischen Reiz, der das kreisende Blut das Knochenmark oder uberhaupt die blutbildenden Organe trifft." Aus diesem Grunde brauchen wir nicht erst zu betonen, dass sie bei unserer Untersuchung uber die haematopoetischen Organe ein wichtigens Thema ausmachen. An normalen und an ananamischen Kaninchen durch Aderlass wurden verschiedene Blutersatzflussigkeiten wie, 1) physiologische Kochsalzlosung. 2) frisches Blut, 3) 10-30 Tage lang konserviertes Blut, 4) frisches Blutserum, 5) 10 u. 60 Tage lang konserviertes Blutserum, 6) frisches Blutplasma, 7) 10 u. 60 Tage lang konserviertes Blutplasma, 8) getrocknes Blut einbespritzt und ihr Einfluss auf die Retikulozyten experimentell untersucht. Die Ergebnisse sind wie folgt: 1) Durch Aderlass kommen die Retikulozyten immer vermehrt zum Vorschein, und zwar je grossere Menge von Blut entzogen wird, zu desto hoheren Satzen treten die Retikulozyten auf, und desto langer dauert die Periode der Erhohung der Rate. Ungefahr 24 Stunden nach Aderlass beginnen die Retikulozyten zuzunehmen, und die Ruckkehr zu ihrem normalen Wert geht derjenigen der Erythrozytenzahl voran. 2) Durch Einspritzungen von physiologischer Kochsalzlosung, Blutserum und Blutplasma an normalen Kaninchen zeigen die Retikulozyten weder Zunahme noch Abnahme. Bei Transfusion von frischem Blut und 10 Tage lang konserviertem Blut nehmen die Retikulozyten ab. Durch Transfusion von 30 Tage langkonserviertem Blut und getrocknes Blut zeigt sich die Zunahme der Retikulozyten. 3) Durch Einspritzung von physiologischer Kochsalzlosung, Blutserum, Blutplasma und 30 Tage lang konservierten Blut nach Aderlass kann in der Zahl der Retikulozyten kein auffallender Unterschied zwischen den einzelnen Fallen bemerkt werden. In allen diesen Fallen ist die Erhohung dea Rate etwas deutlicher als beim alleinigen Aderlsss, doch ist die Periode der Erhohung unverandert. 4) Durch Transfusion vom frischen Blut nach Aderlass kommt die Vermehrung der Retikulozyten nur in geringfugigem Grade zum Vorschein. Manchmal verhalten sich die Retikulozyten nicht anders als gewohnlich. Dies mag in dem Umstande gegrundet sein, dass die transfusierte Erythrozyten ihre Funktion noch beibehalten, infolgedessen die jungen Erythrozyten hierbei aufzutreten nicht notig haben. 5) Bei Transfusion des 10 Tage lang konservierten Blutes und des 30 Tage lang konservierten, mit Glukose versehenen Blutes ist die Rate der Vermehrung etwas hoher als bei frischem Blut, aber um vieles leichtgradiger als bei anderen Ersatzflussigkeiten. 6) Bei Transfusion vom getrocknes Blut nach Aderlass ist die Rate der Vermehrung der Retikulozyten bei weitem hoher als bei Einspritzung von anderen Ersatzflussigkeiten. Nach obigem Resultate machen selbstverstandlich die Transfusionen des frischen und des 10 Tage lang konservierten Blutes auf die Wirksamkeit ersten Ranges Anspruch. Aber in der Erwartung der Wirkung auf die Reiz der haematopoetischen Organe zeichnet sich das getrocknes Blut vor allen Ersatzflussigkeiten aus.
Journal
- Journal of Kyoto Prefectural University of Medicine [List of Volumes]
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Journal of Kyoto Prefectural University of Medicine 37(1/2/3/4), 517-555, 1943 [Table of Contents]
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