カント批判期前の哲学  [in Japanese] Uber Kants vorkritische Philosophie  [in Japanese]

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Abstract

In der vorliegenden Abhandlung mochte der Verfasser die vorkritische Periode der Philosophic Kants so systematisch wie moglich untersuchen, und zwar mit besonderern Blick auf die Antinomic der spekulativen Vernunft (sub specie antinomais). Man sagt oft, daβ Kants Kritizismus die Philosophic der Auflosung der Antinomic der transzendenten Vernunft, des Widerspruchs der Vernunft mit sich selbst, sei. Die Vernunft muβ unbeabsichtigt und unvermeidlich in Antinomic mit sich selbst geraten, wenn sic das Unbedingte iiber den empirischen Bereich hinaus erkennen will. Das Streben nach der Auflosung der Antinomic ist nach der Ansicht des Verfassers nicht bloβ in der kritischen Periode, sondern auch in der vorkritischen zu finden. Seit dem Erstlingswerk ist die gesamte Philosophic Kants von jenem kritischen Geist durchdrungen, der die notwendige Opposition zweier einander gegensatzlichen Behauptungen iiber ein und dasselbe Problem kritisch auflosen will. In seinem Erstlingswerk erklart Kant, daβer ,, seine eigene Bahn" schon darin vorgezeichnet hat und , das Ansehen von Newton und Leibniz vor nichts achtet, wenn es sich der Entdeckung der Wahrheit entgegensetzen sollte". Er fahrt fort:,, Wenn Manner von gutem Verstande ganz wider einander laufende Meinungen behaupten, so ist es der Logik der Wahrscheinlichkeiten gemaβ, seine Aufmerksamkeit am meisten auf einen gewissen Mittelsatz zu richten, der beiden Parteien in gewissem Maβ Recht lasse." Kants philosophische Bahn zielt also zunachst darin, den Mittelsatz zwischen den antagonistischen Behauptungen zu finden. Der junge Kant, der im Jahre 1747 seine Doktordissertation schrieb, stand vor dem Gegensatz zwischen Newtons Naturwissenschaft und Leibniz Metaphysik. Aber das war fur Kant nur ein auβerlicher Gegensatz als eine historische Tatsache, keineswegs die Entzweiung der Vernunft selbst. Diese Entzweiung der Vernuft bedeutet im Vergleich mit jenem nur auβeren Gegensatz die Antinomic der Vernunft selbst, die in dem immanenten Widerspruch beruht. Fur Kant ist nun dessen Auflosung seine eigene Aufgabe, sofern seine Endabsicht in der Kritik der spekulativen Vernunft liegt. Wir mussen diese zwei Gegensatze unterscheiden, denn der eine beruht nur auf geschichtlichen, auβerhalb der Vernunft bestehenden Tatsachen, und der andere ist der von Natur aus in der Vernunft selbst liegende Gegensatz. Doch konnen wir bei Kant eine und dieselbe Haltung zu diesen Gegensatzen finden; und zwar meint Kant dem ersten durch einen Mittelsatz, dem zweiten durch die kritische Auflosung vermittels der Selbsterkenntnis der Vernunft begegnen zu konnen. Also diirfen wir von der Philosophic Kants behaupten, daβ Kant den kritischen Geist von seinem Erstlingswerk bis zu den letzten Schriften bewahrt. Nun konnen wir die vorkritische Philosophic Kants in folgende drei Perioden einteilen: 1) die dogmatische (1747-1759), 2) die empirische (1760-1769), 3) die kritische (1770). Der Verfasser nimmt die Berechtigung fur diese Einteilung aus der von Kant festgestellten Einteilung der drei Perioden der philosophischen Vernunft. Kant halt den Gang der philosophischen Vernunft fur die Geschichte des Fortschritts, der iiber den Rationalismus und den Empirismus zur kritischen Philosophic fuhrt. Der Verfasser erkennt aus dieser Behauptung, daβ gerade diesem Gedanken die Reflexion und das Anliegen Kants in seinem langen bis zur Kritischen Philosophic dauerten Ringen zu Grund liegen. Wenn Kants vorkritische Philosophic in die obigen drei Perioden, entsprechend dem Gang der philosophischen Vernunft, eingeteilt werden kann, so behandelt der Verfasser nur die Dissertation vom Jahre 1770 in der kritisch-metaphysischen Periode, weil an ihr nach der kritischen Philosophic beurteilt" das Wesentilche mangelt". Aus diesem Grunde rechnet der Verfasser sic zur vorkritischen Periode und unterscheieidet sic von der kritischen Periode, bzw. der kritischen Philosophic. (Mehrere Einteilungsschemata der vorkritischen Philosophic sind bis heute unternommen word en. Aber es gibt keinen Versuch, der deren Rechtfertigung, wie der Verfasser, in der von Kant selbst gesetzten Einteilung des Ganzen der philosophischen Vernunft finden will.) Der Verfasser vertritt weiter die Meinung, daβ jede Periode der vorkritischen Philosophic unbewuβt gerade das enthielt, was spater die kritisehe Philosophic als die Anmaβung der transzendenten Vernunft verurteilt, als die dogmatische Dialektik. Namlich in der ersten rationalistischen Periode beabsichtigt Kant, den Gegensatz zwischen Leibniz und Newton zu iiberbrucken. Aber er versucht, ihn durch die Leibinzsche Monadologie auszugleichen, so daβ er selbst unbewuβt in den rationalen Dogmatismus gerat, wie er ihn spater als,, die Anmaβung des Verstandes "abgelehnt hat. In der zweiten empirischen Periode riickt die Leibnizsche Monadologie in den Hintergrund, und im Gegensatz dazu tritt die empirische analytische Behauptung des englischen Empirismus in den Vordergrund. In dieser Periode ist jedoch unbewuβt der empirische Dogmatismus enthalten, den spater Kant selbst als,, die Anmaβung der Sinnlichkeit" abgelehnt hat. Daher gelingt dem jungen Kant in der ersten Periode und auch in der zweiten der Ausgleich zwischen Leibniz und Newton, bzw. zwischen dem Rationalismus und dem Empirismus nicht, obgleich ihn Kant versucht hat. In der dritten Periode kann, nach der Meinung des Verfassers, dieser Gegensatz nicht als eine bloβe geschichtliche Tatsache, sondern muβ er als der der menschlichen Vernunft immanente Gegensatz zwischen der Sinnlichkeit und dem Verstand, mit anderen Worten, zwischen der Sinneswelt und Verstandeswelt begriffen werden. Und zwar kehrt die Kantische Philosophic in der dritten Periode doch zur ersten zuruck, und darin bleibt ein Rest von rationalem Dogmatismus erhalten. Also kann die Dissertation in der dritten Periode nicht als die kritische Philosophic selbst gelten. Der Verfasser zieht aus den oben erwahnten Argumenten den Schluβ, daβ der Entstehungsprozeβ der kritischen Philosophic selbst darin besteht, daβ die Anmaβung der transzendenten Vernunft, namlich die unbewuβt enthaltene Anmaβung des Ver standes und der Sinnlichkeit deutlich gemacht, enthiillt und iiberwunden wird. Der Versuch des Verfassers, der die vorkritische Philosophic Kants systematisch sub specie antinomias untersucht, stellt, nach seiner festen Uberzeugung, ein besonderes Verfaren dar, das in den bisherigen Kantstudien nicht beobachtet werden konnte.

Journal

  • Memoirs of the Faculty of Letters,Osaka University

    Memoirs of the Faculty of Letters,Osaka University (14), 79-149, 1968-10

    Osaka University

Codes

  • NII Article ID (NAID)
    110004668241
  • NII NACSIS-CAT ID (NCID)
    AN00030337
  • Text Lang
    JPN
  • Journal Type
    大学紀要
  • ISSN
    04721373
  • NDL Article ID
    927208
  • NDL Source Classification
    ZV1(一般学術誌--一般学術誌・大学紀要)
  • NDL Call No.
    Z22-276
  • Data Source
    NDL  NII-ELS 
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