性的被害発生率について(下) : 日本とドイツの比較研究 Zur Pravalenz sexueller Viktimisierungen (2・Schluss) Ein Vergleich zwischen Japan und Deutschland

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抄録

Sexualdelikte sind eine Gruppe von Straftaten, die in den letzten Jahren immer wieder und in wachsenden Ausmaβe in den Blickpunkt der Offentlichkeit rucken und vielfach etwa auch als Begrundung fur hartere Sanktionen gegenuber Straftatern insgesamt herang

Sexualdelikte sind eine Gruppe von Straftaten, die in den letzten Jahren immer wieder und in wachsenden Ausmaβe in den Blickpunkt der Offentlichkeit rucken und vielfach etwa auch als Begrundung fur hartere Sanktionen gegenuber Straftatern insgesamt herangezogen wurden und werden. Sexualstraftaten sind geichzeitig einer der Bereiche kriminellen Verhaltens, uber den wir zwar viel diskutieren, gelichzeitig aber nach wie vor kriminologisch relativ wenig Genaues wissen. Japan hat eine geringere Sexualkriminalitatsbelastung im Vergelich zu westlichen Landern, allerdings sind die Unterschiede weniger deutlich. Das zeigt sich etwa hinsichtlich der Zahl der registrierten Vergewaltigungen und sexuellen Notigungen. Betrug hier die Kriminalitatsbelastungsziffer im Jahre 2000 in Deutschland 9,1, lag sie in Japan bei 7,6. Das Verhaltnis betrug ein Jahr spater (2001) 9,6 zu 9,1 - die Werte haben sich somit angenahert. Wir sind davon ausgegangen, dass gerade bei Sexualstraftaten, die ja zum groβten Teil im sozialen Nachbereich geschehen, und bei hauslicher Gewalt, das Ausmaβ in der Kriminaltatsbelastung in Japan einerseits und westlichen Industrielandern andererseits, im Gegensatz zur Belastung in der ubrigen, "klassischen" Kriminalitat, der so genannten "Straβenkriminalitat", weitgehend gleich sein durfte. Bei der eigenen Untersuchung handelt es sich um eine Pravalenzstudie zur sexuellen Viktimisierung unter japanischen und deutschen Studentinnen. Die Untersuchung fand in Deutschland im April und Mai 2001, in Japan im Mai und Juni 2003, jewils als vollstandig anonymisierte schriftliche Befragung an der Universitat sowie der Padagogischen Hochschule Freiburg bzw. einer Universitat und zwei Schwesternschulen in Sapporo und Asahikawa in Japan statt. Der in Deutschland entwickelte Fragebogen wurde ins Japanische ubersetzt. Wir gingen bei der eigenen Studie von folgenden Hypothesen aus: 1. Japanische Frauen (wie auch deutsche) sind in einem erheblich hoheren Ausmaβ von sexueller Viktimisierung betroffen, als die offiziell rregistrierten Polizeidaten angeben; 2. Japanische Frauen zeigen gleichzetig weitgehend dasselbe Ausmaβ an sexueller Viktimisierung wie deutsche Frauen. Die erheblichen statistisch erfassten Kriminalitatsunterschiede zwischen Deutschalnd und Japan gelten somit nicht fur den Bereich der Sexualstraftaten; 3. Sexuelle Viktimisirungen hangen von der Lebenssituation der betroffenen (jungen) Frauen ab: a) (Junge) Frauen, die noch bei den Eltern leben, werden vor allem weniger schwer viktimisiert als solche, die auβerhalb des Elternhauses leben; b) Frauen, die sich den Unterhalt fur ihr Studium selbst erarbeiten mlissen, die somit voraussichtlich eher aus unteren sozialen Schichten kommen, werden haufiger Opfer als solche, deren Studium durch Dritte (Eltern) finanziert wird, die somit eher aus der Mittel- bzw. Oberschicht kommen durften; 4. Schwere sexuelle Viktimisirungen werden in beiden Landern mehr von Mannern ausgeubt, die den Frauen bekannt sind - bei leichteren sind es eher fremde Manner. 5. Vor allem schwere sexuelle Viktimisierungen finden in Japan zu einem hoheren Anteil durch Bekannte/Familienangehorige statt als in Deutschland. Hypothese 1 ist bestatigt worden. Auch Hypothese 2 ist weitgehend bestatigt worden. Die Hypothesen 3.a. und 3.b. sind zumindest tendenziell bestatigt worden. Auch die Hypothesen 4 und 5 sind weitgehend bestatigt worden. Unsere Untersuchung zeigt, dass Sexualkriminalitat als Teil der Kriminalitat im sozialen Nahraum, wie Gewalt in der Familie insgesamt, auch in Landern mit anderem kulturellem Hintergrund und trotz einer niedrigeren offiziellen Kriminalitatsrate in etwa gleichem Ausmaβe vorkommt wie in westlichen Industrielandern. Bekamp-fungsmaβnahmen, die bei der so genannten Straβenkriminalitat wirksam sein mogen, greifen bei Strafaten, die im sozialen Nahraum begangen werden, offensichtlich kaum.

収録刊行物

  • 北海学園大学法学研究

    北海学園大学法学研究 41(3), 431-442, 2005-12-31

    北海学園大学

各種コード

  • NII論文ID(NAID)
    110004830444
  • NII書誌ID(NCID)
    AN00228753
  • 本文言語コード
    JPN
  • 資料種別
    Departmental Bulletin Paper
  • 雑誌種別
    大学紀要
  • ISSN
    03857255
  • NDL 記事登録ID
    7806961
  • NDL 雑誌分類
    ZA11(政治・法律・行政--法律・法律学)
  • NDL 請求記号
    Z2-27
  • データ提供元
    NDL  NII-ELS  IR 
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